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Der neue Actros: noch wirtschaftlicher als sein Vorgänger.

Es ist offiziell: Der neue Actros ist der wirtschaftlichste Lkw aller Zeiten. Beim Record Run, einer 10.000 Kilometer Langstrecken-Vergleichsfahrt zwischen Rotterdam und Szczecin (Stettin), hat er die angepeilte Kraftstoffersparnis gegenüber seinem Vorgänger nicht nur erreicht. Er war auf der siebentägigen Pendelfahrt, die Ende Juni 2011 stattfand, sogar sparsamer als erwartet. Die genauen, von DEKRA ermittelten Werte: Der neue Actros 1845 Euro V hat eine Reduktion von 7,6 Prozent erreicht. Beim neuen Actros 1845 Euro VI sind es 4,5 Prozent. Gleichzeitig unterbietet er die derzeit noch gültigen Schadstoffstandards um bis zu 80 Prozent. Die angestrebten Zielgrößen der Kraftstoffreduktion beim Record Run hatten sechs bis sieben beziehungsweise drei bis vier Prozent gelautet. Vergleichsfahrzeug war der Actros 1844 LS Euro V im Nardo-Trimm, jedoch mit Standard-Auflieger. Er hatte 2008 im italienischen Nardo einen „Guinness World Records“-Eintrag als verbrauchsgünstigster Serien-Lkw der Welt errungen.

Unter Alltagsbedingungen getestet.

Noch beeindruckender sind die Verbrauchswerte der beiden neuen Actros, wenn man das Reglement des Record Run kennt. Er ging nicht wie die Nardo-Fahrt auf einer Teststrecke über die Bühne, sondern unter Alltagsbedingungen: auf teils extrem stark befahrenen Autobahnen und zumindest phasenweise unter widrigen Wetterbedingungen. Beides wirkt sich negativ auf den Verbrauch aus. Am Steuer der Lkw mit Standard-Aufliegern und Lastzuggesamtgewichten von je 40 Tonnen saßen keine Mercedes-Benz ProfiTrainer, sondern Berufskraftfahrer. Wie im normalen Fernverkehr waren sie mit durchschnittlich rund 80 km/h unterwegs. Eine Fahrt unter alltäglichen Bedingungen eben.

Enormer Aufwand bei der Messung.

Alles andere als alltäglich war der Aufwand, der betrieben wurde, um eine ordentliche Messung zu garantieren: Schon einen Tag vor dem offiziellen Start nahm DEKRA-Experte Jens Lohmann die Fahrzeuge ab. Er verhinderte sämtliche Möglichkeiten, verbotenerweise Kraftstoff zuzuführen oder die Last zu mindern, mit Plomben und Klebesiegeln. Während der Fahrt überwachte er jede einzelne Diesel- und AdBlue-Betankung sowie das Wechseln der Auflieger. Mit Letzterem sollte ausgeschlossen werden, dass Unterschiede im Rollverhalten der Auflieger die Messwerte verfälschen. Sämtliche Schritte hielt Lohmann per Fotokamera fest. Das offizielle Ergebnis überreichte er den Verantwortlichen schließlich in Form einer gedruckten Dokumentation.